Karfreitag

Der Karfreitag gedenkt dem Kreuzestod Jesu -"chara", althochdeutsch, bedeutet "Trauer, Wehklage". An diesem, wie auch am folgenden Tag, findet in katholischen Kirchen keine Messe statt, es wird nur ein einfacher Wortgottesdienst gehalten.

In Österreich hat sich das Brauchtum des Heiligen Grabes etabliert. Dabei wird "der tote Jesus" im Anschluss an die Karfreitagsliturgie in einer feierlichen Prozession in sein Grab gelegt.

Die Kreuzwegandacht wird - v. a. in katholischen Kirchen - in der 40-tägigen Passionszeit abgehalten, besonders feierlich jedoch am Karfreitag. In Jerusalem feierte man schon im 3. Jahrhundert die ganze Heilige Woche, indem man den Weg Jesu nachging. Vorläufer der heutigen Kreuzwegandachten sind seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Noch 1590 gab es dabei 12 Stationen, 1625 fügte der spanische Franziskaner - Antonius Daza die 2 restlichen hinzu, so dass heute folgende 14 Stationen üblich sind:


1. Jesus wird zum Tode verurteilt
2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
4. Jesus begegnet seiner schmerzensreichen Mutter Maria
5. Simon von Cyrene wird gezwungen, Jesus das Kreuz tragen zu helfen
6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
8. Jesus redet zu den weinenden Frauen
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
10 Jesus wird seiner Kleider beraubt
11 Jesus wird ans Kreuz genagelt
12 Jesus stirbt am Kreuz
13 Jesus liegt in den Armen seiner Mutter Maria
14 Jesus wird begraben


Mitte des 18. Jahrhunderts erstellte der Franziskaner Leonhard von Porto Maurizio eine Anleitung zum Beten des Kreuzweges, welche bis heute katholische Norm ist. Um 1700 wurden dann auch die Kirchenwände mit Kreuzwegbildern behängt, dazu entstanden Wallfahrtswege und Wallfahrtskirchen.

Karfreitags-Brauchtum/Aberglaube
Der Karfreitag (Feiertag für Evangelische) wird vielfach als strenger Fasttag gehalten, um 15 Uhr wird auch in manchen öffentl. Bereichen eine Gedenkminute an den Tod Christi gehalten.


Über den Karfreitag gibt es sehr widersprüchliche Ansichten. Einmal gilt der Karfreitag als Tag der Kreuzigung Jesu und wird somit als Unglückstag angesehen. Vorsicht bei allen Geschäften und Erledigungen sei deshalb angesagt. Andererseits ist er ein Tag des Frühlingsanfangs und mit Vorbereitungen in Haus und Hof verbunden.

Eine Frau, die an Karfreitag etwas Mehl, vermischt mit abgeriebenem Brot isst, soll das ganze Jahr nicht schwanger werden.

Wer an Karfreitag stirbt, wird selig.
Alles was an diesem Tag gesät wird, gedeiht prächtig.
Man sollte Fingernägel und Haare an diesem Tag schneiden.
Die Reinigung des Hauses an diesem Tag gilt als besonders wirkungsvoll.

 

 

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